Der Orea Z1 ist Oreas Zero-Bypass-Zubereiter: eine niedrige, breite Kammer über einem 7 cm großen Bett, aufgeschraubt auf eine Basis, die die Luft in Bewegung hält, damit sich kein Luftschluss bildet. Zero Bypass heißt, dass kein Wasser durch den Spalt zwischen Papier und Wand entwischt — alles, was in die Tasse gelangt, ist durch den Kaffee gelaufen. Oreas Argument: Bypass-Wasser ist dünne, gering extrahierte Flüssigkeit, die Trockenheit und Adstringenz mitbringt, und wer sie weglässt, kann das Bett richtig extrahieren, statt zum Ausgleich zu überextrahieren.
Die Arbeit übernehmen zwei Bauteile. Der Filter ist ein SIBARIST-FAST-Papier in einer nur für den Z1 gefertigten Größe, eine schnellfließende Konstruktion, die verhindert, dass eine Brühung ohne Bypass zur Sechs-Minuten-Angelegenheit wird, für die dieses Format bekannt ist. Und der Melodrip liegt bei: ein Drip Assist, erfunden von Ray Murakawa, der im Trichter sitzt und deinen Strahl in verteilte Tropfen verwandelt. Er ist kein optionales Zubehör. Bei so wenig Papierfläche treibt ein harter Strahl die Feinanteile ins Papier und setzt es zu; die Sechskantkammer des Melodrip mildert den Guss, ohne ihm Wärme zu nehmen. Und er bleibt reaktiv — gießt du schneller, tropft er schneller; gießt du auf eine Seite, verteilt er auf dieser Seite — die Zubereitung bleibt also deine.
Das macht ihn deutlich anspruchsloser, als er aussieht. Kein Spülen, kein Vorbefeuchten, kein Schwanenhals nötig: mahlen, dosieren, in den Melodrip gießen. Oreas eigene Anleitungen setzen auf Rezepte mit zwei Güssen, und ihre gemessenen Brühzeiten liegen im Mittel bei etwa 2:30 bis 2:45. Am wohlsten fühlt er sich bei 12 bis 18 g Kaffee, und da es keinen Bypass auszugleichen gibt, bleiben weite Verhältnisse gutmütig — deshalb taucht er auf der vollen Cafébar genauso auf wie am Wettbewerbstisch.