Der Anteil gelöster Kaffeemasse pro Gramm Flüssigkeit in deiner fertigen Tasse. 1,30 % TDS heißt: In je 100 Gramm Flüssigkeit sind 1,3 Gramm Kaffeeverbindungen gelöst. Es ist die Zahl, die beziffert, was deine Zunge „Stärke" nennt.
Filterkaffee landet normalerweise zwischen 1,20 % und 1,50 %. Darunter liest sich die Tasse dünn, darüber intensiv und dickflüssig. Espresso liegt zum Vergleich bei 8–12 %.
Wie gemessen wird
Ein digitales Refraktometer bekommt eine Probe auf den Sensor und liest den Brechungsindex der Flüssigkeit. Kaffeeverbindungen brechen Licht anders als Wasser; das Gerät rechnet diese Brechung in einen TDS-Prozentwert um. Die meisten Baristas nutzen ein Modell von VST oder Atago.
Die Messung dauert etwa zehn Sekunden. Den Wert gibst du dann zusammen mit Brühwasser und Dosis in einen Extraktionsrechner und bekommst die echte Extraktionsausbeute: den Anteil der Bohnenmasse, der es tatsächlich in die Tasse geschafft hat.
Warum das zählt
TDS macht aus „das schmeckt schwach/stark" eine Zahl, die du über Rezepte hinweg verfolgen kannst. Halt fest, was sie ist und was nicht: TDS deckt nur die Seite der Stärke ab. Zwei Tassen mit identischen 1,35 % können völlig verschieden schmecken, wenn die eine gut extrahiert ist und die andere nicht — genau deshalb lohnt sich die Zahl, denn sie erlaubt dir, die Stärke auszuschließen und stattdessen bei der Extraktion nachzusehen.
Du brauchst kein Refraktometer, um guten Kaffee zu brühen. Du brauchst es in dem Moment, in dem du Tassen objektiv vergleichen oder dasselbe Rezept auf unterschiedlicher Ausstattung einstellen willst.