Eine Pour-over-Technik, bei der du die Gesamtwassermenge auf mehrere einzelne Güsse aufteilst, getrennt durch kurze Pausen. Zwischen den Pulsen darf das Bett teilweise ablaufen — der Wasserstand sinkt etwa bis auf die Oberkante des Slurry —, dann gießt du wieder. Übliche Aufteilungen: 4 Pulse, 5 Pulse, manchmal 6.
Die Gegentechnik ist der kontinuierliche Guss, bei dem du vom Bloom bis zum Ende einen gleichmäßigen Strahl hältst, ohne abzusetzen.
Was Pulse verändern
Pulse geben dir bei gleichem Mahlgrad mehr Kontrolle über die Gesamtbrühzeit. Jeder Guss bringt Wasser; jede Pause lässt dieses Wasser durch das Bett arbeiten, bevor der nächste nachlegt. Unterm Strich: längere Kontaktzeit pro Gramm Wasser, mehr Agitationszyklen, oft eine etwas höhere Extraktion.
Pulse gleichen die Extraktion aus, wenn das Bett uneben ist oder die Mühle unterschiedliche Partikelgrößen liefert. Jeder Puls erneuert die Oberfläche des Slurry, verteilt Feinanteile um und schwächt die Wirkung von Kanälen ab, die frühere Güsse gerissen haben.
Wann du sie einsetzt
Gepulste Güsse passen zu helleren Röstungen und feineren Mahlgraden, wenn du Extraktion herauskitzeln willst, ohne den Kaffee länger stehen zu lassen. Tetsu Kasuyas 4:6-Methode ist das kanonische Beispiel: fünf Pulse, zwei für die Balance aus Süße und Säure, drei für die Stärke.
Kontinuierliche Güsse passen zu mittleren Röstungen und gutmütigen Rezepten — weniger Variablen, ruhigerer Fluss. Hoffmanns V60 liegt nach dem Bloom näher an der kontinuierlichen Seite, mit einer stetigen Spirale nach innen.
Keine der beiden ist „richtiger". Pulse geben dir mehr Griffe zum Anfassen; kontinuierliche Güsse geben dir weniger Gelegenheiten, etwas falsch zu machen.