Fehler, die schon in der ungerösteten Bohne stecken und die keine Röstung mehr rettet. Die Bewertungssysteme im Spezialitätenkaffee existieren genau deshalb: Q-Grading und SCA benoten einen Kaffee unter anderem danach, wie wenige Fehler pro Kilo er enthält.
Die Specialty Coffee Association teilt sie in zwei Stufen ein:
Primärfehler
Die wirklich schädlichen. Schon wenige pro Kilo disqualifizieren einen Kaffee für den Spezialitätengrad.
- Voll saure Bohnen: in der Aufbereitung überfermentiert, schmecken sauer, essigartig, teils faulig.
- Schwarze Bohnen: überreif und in der Kirsche getrocknet, schmecken fermentiert und ruppig.
- Insektenschaden: vom Kaffeekirschenkäfer angebohrt, schmecken muffig.
- Fremdkörper: Steine, Stöckchen, alles, was kein Kaffee ist.
Sekundärfehler
Weniger gravierend, aber immer noch geschmacksrelevant.
- Quaker: unreife Bohnen, die nicht richtig rösten. Bleiben blassgelb, während die Bohnen ringsum braun werden. Schmecken papierig, erdnussig, hohl. Der häufigste Fehler, der dir in hellen Spezialitätenröstungen begegnet — ein paar sichtbare Quaker im Beutel sind bis zu einem gewissen Grad normal.
- Schwimmer: Bohnen, die beim Sortieren im Wasser oben treiben; meist von geringer Dichte, unreif oder beschädigt. Schmecken flach.
- Verkümmerte: geschrumpfte, gerippte Bohnen aus trockengestressten Kirschen. Schmecken dünn.
Wie sie in deiner Tasse auftauchen
Eine einzige saure Bohne kann eine Brühung noch Stunden später nach fauligem Obst schmecken lassen — die Fehlnoten bleiben hängen. Ein paar Quaker drücken nur den Durchschnitt. Die Reparatur liegt nicht bei dir: Es ist Sache der Rösterei, sichtbare Fehler nach dem Rösten von Hand auszulesen (die meisten Spezialitätenröstereien tun das). Wenn dein Beutel durchgehend seltsam schmeckt und du blasse, erdnussfarbene Bohnen erkennst, sortier sie vor dem Mahlen selbst aus.