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Glossar

Aromennotiz

Niveau Einführung Lesedauer 1min

Ein kurzer Deskriptor auf dem Kaffeebeutel — „Blaubeere, Zartbitterschokolade, brauner Zucker" —, der dir sagen soll, welche Aromen dich in der Tasse erwarten. Röstereien schreiben sie auf Basis von Cuppings genau dieses Lots. Sie sind eine Vorhersage, keine Garantie, und sie funktionieren besser als Vokabelgerüst denn als wörtliche Speisekarte.

Die Specialty Coffee Association gibt ein Coffee Taster's Flavor Wheel heraus, das das anerkannte Vokabular ordnet: fruchtig, floral, süß, nussig/kakaoartig, würzig, geröstet, sauer/fermentiert, grün/vegetabil. Die meisten professionellen Notizen schöpfen aus diesem Rad.

Wie du eine Notiz ehrlich liest

Ein Beutel mit „Blaubeere, Milchschokolade, Vanille" heißt nicht, dass die Tasse buchstäblich nach Blaubeermilchshake schmeckt. Er heißt: Das dominante Fruchtaroma erinnert an Blaubeere, Körper und Süße neigen zu Kakao und Milchigem, und der Nachklang trägt eine vertraute Vanillenote. Du schmeckst Kaffee — die Notizen sind Familienähnlichkeiten, keine Aromakonzentrate.

Manche Notizen sind sachlich fundiert: Ein Kenia mit viel Phosphorsäure liest sich zuverlässig als Schwarze Johannisbeere. Manche sind Wunschdenken: Röstereien greifen nach der lautesten Frucht, auch wenn sie leise ist. Der einzige Weg herauszufinden, welchen Röstereien du ihre Notizen glauben kannst, ist brühen und schmecken.

Was tun, wenn du sie nicht findest

Drei Möglichkeiten. Anders brühen — unterextrahierte Tassen verstecken die süße Mitte, in der die meisten Deskriptoren wohnen. Einen frischeren Beutel probieren — die Aromanoten werden in abgestandenen Bohnen zuerst still. Deiner Zunge trauen — deine Wahrnehmung ist die Wahrheit der Tasse, die Notiz ist die Vorhersage eines einzelnen Menschen. Wenn du Karamell und Schokolade schmeckst, wo der Beutel Pfirsich verspricht, dann ist die Tasse Karamell und Schokolade.