Die Walküre Karlsbader, auch Karlsbader Kanne geschrieben, ist ein papierfreier deutscher Brüher, der erstmals vom bayerischen Porzellanhersteller Walküre im späten neunzehnten Jahrhundert produziert wurde. Er wurde im Kurort Karlsbad (heute Karlovy Vary, Tschechien) populär, der ihm den Namen gab. Fast jeder Teil davon ist aus Porzellan — der Körper, der zweiteilige Filter, sogar der Deckel —, was zugleich sein Verkaufsargument und der Grund ist, warum er so speziell ist.
Das Brühen ist in seiner Einfachheit fast surreal. Grob gemahlener Kaffee sitzt in einem zweilagigen perforierten Porzellanfilter, der im Topf eingesetzt ist. Heißes Wasser wird in zwei oder drei Aufgüssen darübergegossen, es läuft sehr langsam durch tausende winzige Löcher ab, und der Kaffee sammelt sich in der unteren Kammer. Kein Papier, kein Metallgewebe, kein Bypass. Die resultierende Tasse ist verblüffend klar — näher an einem Pour-over, als es die Hardware vermuten lässt — aber mit einem Mundgefühl, das mehr Körper trägt, weil das Porzellan Spuren von Ölen durchlässt.
Ein sinnvolles Rezept: 20 g Kaffee auf 300 g Wasser (1:15), ein Mahlgrad zwischen French Press und V60, Wasser bei 93–95 °C, zwei Aufgüsse mit insgesamt 300 g über 30 Sekunden aktives Gießen, mit einer gesamten Durchlaufzeit von 4 bis 5 Minuten. Wärme den Topf vor dem Brühen vor — Porzellan hat eine erhebliche thermische Masse, und eine kalte Walküre kann die Wassertemperatur um fünf Grad senken, noch bevor die Extraktion überhaupt beginnt.