Der Phin ist Vietnams nationaler Kaffeebrüher, ein kleiner vierteiliger Filter aus Edelstahl oder Aluminium, der oben auf einer Tasse sitzt. Er kam mit der französischen Kolonisierung in den 1850er-Jahren nach Vietnam, entwickelte sich aber vor Ort zu dem Werkzeug, das am stärksten mit cà phê sữa đá verbunden ist — Eiskaffee mit gesüßter Kondensmilch — einem der bekanntesten Getränke Südostasiens.
Der Brüher ist einfach: eine Tasse mit winzigen Löchern, eine Schwerkraft-Pressscheibe, die auf dem Kaffee aufliegt, eine Kammer für heißes Wasser und ein Deckel. Er brüht durch langsames Schwerkraft-Tropfen, meist über 4 bis 6 Minuten pro Tasse, und erzeugt einen konzentrierten Kaffee, der zwischen einer French Press und einem schwachen Espresso schmeckt — schwerer Körper, tiefe Schokoladen- und Dunkelfruchtnoten, fast keine Säure.
Ein kanonisches Rezept: 25 g Kaffee, grob-mittel gemahlen (die vietnamesische Tradition verwendet Robusta oder eine Robusta-Arabica-Mischung, die den Geschmack ebenso prägt wie der Brüher selbst), die Wasserkammer mit 80 ml nahezu kochendem Wasser gefüllt, die Pressscheibe sanft auf dem Mahlgut ruhend. Zuerst mit 20 ml für 30 Sekunden blühen lassen, dann den Rest hinzufügen. Trinkende außerhalb Vietnams tauschen die Kondensmilch oft gegen Hafermilch oder trinken ihn pur, aber die traditionelle Servierform sind 2 Esslöffel Kondensmilch am Boden der Tasse, auf die der gebrühte Kaffee direkt tropft, verrührt und über ein Glas Eis gegossen.