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Cupping

Cupping zu Hause

Niveau Einführung Lesedauer 3min

Für Cupping brauchst du kein Q-Grader-Zertifikat. Drei Schalen und eine Küchenwaage bringen dir an einem Nachmittag mehr bei als ein Jahr beiläufiges Brühen. Es geht nicht ums Punktevergeben, es geht ums Vergleichen.

Was du brauchst

  • 3–5 identische Schalen mit etwa 200 ml. Glas oder Keramik. Dicke Kaffeetassen aus dem Diner tun es auch. Keine gemischten Formen — für jede Probe dasselbe Gefäß.
  • Eine Mühle, die einen gleichmäßigen French-Press-Mahlgrad liefert. Handmühlen sind völlig in Ordnung; Schlagmahlwerke nicht (ihre Ungleichmäßigkeit macht den Vergleich wertlos).
  • Eine Waage mit 0,1-g-Auflösung.
  • Ein Löffel mit tiefer, runder Laffe. Ein normaler Esslöffel genügt. „Cupping-Löffel" gibt es, nötig sind sie nicht.
  • Ein Wasserkocher, am besten einer, den du kurz unter dem Siedepunkt halten kannst.
  • Eine Uhr.

Das Rezept, auf Küchenmaß gebracht

Die volle SCA-Schale brauchst du nicht. Zu Hause funktioniert das hier:

  • 11 g Kaffee auf 200 g Wasser (≈1:18). Runde Zahlen, leicht zu treffen.
  • Grober Mahlgrad.
  • Wasser knapp nach dem Kochen (~93 °C). Ohne Thermometer: aufkochen und 30 Sekunden warten.
  • 4 Minuten Ziehzeit, unberührt.

Mal die Anzahl der Proben. Drei Kaffees cuppen → 3 × 11 g = 33 g Kaffee, 3 × 200 g = 600 g Wasser. Das schafft ein normaler Wasserkocher.

Schritt für Schritt

  1. Kaffee einwiegen, in jede Schale. Gleiche Dosis, jede Schale.
  2. Am trockenen Mehl riechen, Schale für Schale. Unterschiede notieren — frischere Kaffees riechen lebendiger.
  3. Wasser gleichmäßig aufgießen, bis alles Mehl durchnässt ist. Uhr starten, sobald die erste Schale Wasser bekommt.
  4. 4:00 warten. Es bildet sich eine Kruste. Nicht anfassen.
  5. Kruste brechen. Drei Schübe nach vorn mit dem Löffel, dabei nah heran und einatmen. Schale für Schale, zwischen den Zügen schnuppern.
  6. Abziehen: restliches schwimmendes Mehl mit zwei Löffeln abnehmen (einer hebt, einer wischt). Bei einer lockeren Runde kannst du das auslassen, es ändert wenig.
  7. Warten, bis ~70 °C. Etwa 8 Minuten nach dem Aufguss. Die Brühung soll heiß, aber trinkbar sein.
  8. Schlürfen. Die Flüssigkeit als feinen Sprühnebel in den Mund ziehen. Aus jeder Schale schlürfen, den Löffel zwischen den Proben ausspülen.
  9. In zwei Spalten notieren — was du schmeckst und was dir gefällt. Nicht vermischen.
  10. Beim Abkühlen nachverkosten. Unter 50 °C verändert sich der Charakter: Süße tritt hervor, Fehler zeigen sich. Die besten Kaffees werden beim Abkühlen besser.

Zwei oder mehr Kaffees nebeneinander

Das ist die eigentliche Stärke des Cuppings zu Hause. Gleiche Dosis, gleiches Wasser, gleiche Zeit. Die einzige Variable ist die Bohne. Jeder Unterschied, den du schmeckst, ist echt.

Lohnende Übungen:

  • Gleiche Farm, verschiedene Aufbereitung (Washed gegen Natural aus Äthiopien). Zeigt dir, was Aufbereitung macht.
  • Gleiche Bohne, verschiedene Röstereien. Zeigt dir Röststil.
  • Gleiche Rösterei, zwei Röstgrade (hell gegen mittel). Zeigt dir, was Röstung mit ein und demselben Kaffee macht.
  • Ein frischer Beutel gegen einen aufgebrauchten. Zeigt dir, was Alter macht — meist mehr, als du denkst.

Wann du den Löffel weglässt und einfach trinkst

Cupping ist zum Bewerten da. Wenn du entscheidest, was du morgen brühst, ist es großartig. Wenn du eine Samstagstasse genießen willst, brüh sie und trink sie. Schlürf nicht an deinem Frühstückskaffee.